Dritter Singworkshop mit Christa Warnke
Wenn Interessierte uns fragen, welches Repertoire wir im Chor Mundwerk singen, lautet unesre Antwort: „Popmusik, aber auch mal was anderes.” Im Speziellen kann man über die Jahre hinweg beobachten, dass wir insbesondere für unsere Adventskonzerte gerne Lieder von einem der populärsten, zeitgenössischen Chormusik-Komponisten, Sir John Rutter, einstudieren. So stand bei diesem Workshop das Weihnachtslied „All things bright and beautifull“ auf dem Programm, nachdem die Stücke „The Lord bless you and keep you“, „Christmas Lullaby“ und „Die wunderbarste Zeit ist nah“ schon in den Vorjahren ins Repertoire aufgenommen wurden.
Wer ist dieser John Rutter und was macht ihn für Mundwerk so attraktiv?
John Rutter entdeckte als Kind die Liebe zur Musik auf dem alten ungenutzten Klavier seiner Eltern und begann in der Schule, sich für Chormusik zu interessieren. Die Klassen 9 – 12 verbrachte er auf der Highgate School in London, die besonders in der Chormusik hervortrat.
Der Schulchor galt besonders in den 1950er und 1960err Jahren als einer der besten Schulchöre Großbritanniens.
Rutters Weg ging mit einem Musikstudium am Clares College in Cambridge weiter, wo er schon als 30-jähriger Musikdirektor war. Während seiner Tätigkeit dort brachte er den Chor auf internationales Niveau. Als Beleg für sein großes Kompositionstalent gilt unter anderem das Stück „A Sheperds Pipe Carol“, welches er schon als 18- jähriger Student komponierte und das bis heute populär ist.
Ab 1979 widmete er sich komplett dem Komponieren und gründete 1981 einen professionellen Kammerchor, die Cambridge Singers, den er bis heute leitet.
Sein Musikstil wird zwar der Neoklassik und Postmoderne zugeordnet, enthält aber auch Elemente der traditionellen britischen Chormusik und des Jazz und Pop.
Was findet Frank, unser Dirigent, so besonders an den Stücken von John Rutter?
„Rutter schafft es, auf kunstvolle Weise, von Akkord zu Akkord zu gehen. Er nimmt Tonartwechsel auf eine unwiderstehliche Art vor. Wie ein Perpetuum Mobile lässt er z.B. eine Stimme unter den anderen liegen. Und er hat eine ganz eigene Tonsprache. Gerne benutzt er den Orgelpunkt als stilistisches Mittel.
Und was fällt Christa zu Rutter ein?
„Seine Kompositionen sind anspruchsvoll. Es geht immer anders weiter, als es beginnt. Man findet immer wieder komplexe Jazzelemente, aber es kommt einfach rüber. Ich würde sagen, er ist ein Künstler, der komplexe Dinge populär rüberbringt. Seine Lieder sind „stimmgesund“ Und tatsächlich klingen seine Stücke am besten in Kirchen. Für die Stimmbildung sind die Stücke ein Gewinn.
Und wie war der Workshop für den Chor?
Wie die beiden Male zuvor, haben es Frank und Christa es wieder geschafft, ihre Stärken optimal einzusetzen und uns einen lehrreichen, unterhaltsamen und erfolgreichen Tag beschert. Wir sind uns sicher, dass auch bei den diesjährigen Auftritten im Advent das neue John Rutter Lied für vorweihnachtliche Stimmung sorgen wird.